Lost Society


Wir sind Gefangene, Gefangene unseres Geistes und unserer Gesellschaft, unserer Zeit und dieser Welt. Wir können nicht aussteigen, und fahren in diesem Karussell mit, in dieser wie es häufig scheinen mag Geisterbahn des Wahnsinns und der Filterblasen, in der jeder glaubt, das er die einzig wahre Wahrheit hat, dabei sitzt er oft nur zu Hause hinter einem Bildschirm und wiederholt das, was ihm die Algorithmen ausgewählt haben, damit er sich in seiner Weltsicht bestätigt fühlt – seiner oft einsamen Weltsicht. Denn auch wenn wir in unserem Geistesgefängnis bestätigt wurden, sind wir doch weiter isoliert und entfernen uns immer weiter voneinander, Social Media sei dank.
Immer mehr Menschen ziehen sich in diesen nihilistischen Zeiten zurück, in denen es keinen Gott mehr gibt und auch keine Ideale mehr, für die man einsteht, ausser die äußere zur Schau stellung eines auf Verschwendung ausgelegten Lebensstils, oder die zu Schau Stellung einer billig erworbenen geistigen Haltung, der es aber auch oft mals an Grundlagen wissen fehlt, so bekriegen sich Klimaretter und Klimaleugner, ohne je wirklich die Fakten gechecked zu haben, ohne auch nur ein Grundwissen der Thematik auf fundamentaler Ebene zu besitzen ohne sich selbst zu hinterfragen, zu reflektieren. Wer diese Spiele der Selbstdarstellung auf materieller und pseudo geistiger Ebene nicht mitspielt, verkriecht sich stattdessen in die Einsamkeit, in die Welt von Videogames wie japanische Hikokomori(ja, sie haben da schon ein eigenes Wort für), Büchern und dergleichen, damit das Leben einigermaßen erträglich wird. Doch isoliert sind wir alle und die Situationen verschärfen sich mit jedem Tag, in dem man nicht bereit ist, seine Kompensationsmethode zu hinterfragen.

Auswege aus dem Labyrinth des eigenen Geistes, der eigenen Lebensumstände

Um aus der eigenen Filterblase, dem eigenen Gefängnis ausbrechen zu können, muss man den Mut haben sich selber einzugestehen, das man die eigene Existenz im gegenwärtigen Augenblick nicht so berauschend findet, nicht so toll findet, ja gar nicht mal so geilt findet, oder anders gesagt, ziemlich beschissen findet. Das Problem hierbei ist, das eigene Ego neigt dazu vergangene Entscheidungen die in den Status Quo geführt haben, nicht in Frage zu stellen, und so sind wir meist dazu bereit Ausreden zu finden, die erklären, warum unser gegenwärtiges Leben doch eigentlich ziemlich gut ist, anstatt ehrlich zu uns selbst zu sein und nach neuen Wegen zu suchen, neue Wege zu gehen. Nietzsche sagte hierzu mal:
Die Menschen als schlechte Dichter. — So wie schlechte Dichter im zweiten Teil des Verses zum Reime den Gedanken suchen, so pflegen die Menschen in der zweiten Hälfte des Lebens, ängstlicher geworden, die Handlungen, Stellungen, Verhältnisse zu suchen, welche zu denen ihres früheren Lebens passen, so dass äußerlich Alles wohl zusammenklingt: aber ihr Leben ist nicht mehr von einem starken Gedanken beherrscht und immer wieder neu bestimmt, sondern an die Stelle desselben tritt die Absicht, einen Reim zu finden.
Aber was, wenn nicht mal der erste Teil des Lebens von einem starken Gedanken geprägt war? Was wenn das eigenen Leben nur ein einsamer, unbedeutender Witz ist? Wie viel Alkohol, Junkfood, Twiterhetze und Kommentartrolling und Flucht in virtual realitys braucht es da, um dieses Gefühl der Leere zu betäuben?
Wie heißt es so schön? Einsicht ist der erste Weg zur Besserung! Von daher muss man als erstes sein Ego besiegen und sich eingestehen, dass das Leben, welches man Gegenwärtig führt, vielleicht doch nicht so mega geil ist!

Wie sehe ich denn nun Licht am Ende des Tunnels?

The Brain That Changes Itself
Was also kann ich tun, um aus meinem eigenen Gefängnis des Geistes auszubrechen? Hierzu muss man wissen, das alle Gedanken, alle Glaubenssätze durch synaptische Verbindungen und Neuronenverzweigungen repräsentiert sind und das sich diese genau so verändern lassen, wie es das Training eines Muskels tut, von daher muss man anderes Denken trainieren. Blockierende Glaubenssätze erkennen und sich neue Glaubenssätze antrainieren.

"Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit." - Aristoteles

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sein Mindset zu verändern, aber wichtig ist, das alles was wir tun, alles was wir konsumieren Auswirkungen auf unser Mindset und damit auf unsere Gefühle haben kann, von daher ist es wichtig negative Einflussfaktoren aus seinem Tag zu streichen, seien es Personen, Nahrungsmittel oder auch nur Bücher oder Videos, die einen negativen Einfluss haben und herunterziehen. Macht man das, wird man sich nach einiger Zeit befreit fühlen und dann, wenn es sich in den Neuronen eingeprägt hat, wird man auch nach einiger Zeit nicht mehr das Verlangen haben, alte Muster zu reaktiveren – die schlechte Gewohnheit wurde verlernt.


Andersherum kann man sich die guten Gewohnheiten oder Gedankengänge antrainieren, wenn man es eine Zeit lang schafft, die neue Handlung wiederholt auszuführen, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wenn wir besipielsweise ein Wort, das wir nicht mögen immer und immer wieder benutzen, dann haben wir es irgendwann automatisiert in unserem Wortschatz, das selbe gilt für Gedanken und Handlungen aller Art, sei es nur die Frage, welchen Schuh wir als erstes Binden, oder mit welchen Bein wir aufstehen, in dieser Hinsicht lassen sich alle Glaubenssätze und Handlungen autmatisieren, auch wenn man sich zuvor einredete, das das nicht möglich sei, oder das man die und die Person sei. 


Da alle Glaubenssätze und Handlungen antrainiert sind, gibt es objektiv keine richtige, weshalb man eine art kategorischen Imperativ für die Wahl seiner Glaubenssätze haben sollte, denn, warum sollte es sinnvoller sein daran zu glauben, das die Welt in eine goldene Zukunft vordringt, als zu glauben, das sie untergehen wird oder die Flüchtlingsströme unser Leben schlechter werden lassen? Ich denke, man sollte jene Glaubenssätze trainieren, die einem ein hoffnungsvolles, lebens und liebenswertes Leben bescheren, quasi das mentale programmieren zu konstruktiven, schöpferischen Glaubenssätzen.
In weiteren Blogs werde ich einzelne Tricks und Methoden beschreiben, wie sich Handlungen und Gedanken verändern lassen

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